Historische Zigarren – auch heute noch aktuell?

Von historischen Zigarren spricht der Sammler und Liebhaber wenn diese mindestens 40 Jahre alt sind, wobei natürlich gilt, je älter umso seltener und wertvoller! Dabei ist für den Sammler Herkunft, Marke, Hersteller und natürlich der Zustand der Zigarrenkisten wie auch des Inhalts entscheidend. Mal abgesehen von den fast unbezahlbaren „echten“ historischen Cuba – Havannas sind historische deutsche Zigarren auch heute noch durchaus erschwinglich, zu Stückpreisen zwischen einem und ca. 5 Euro.
 
Was macht historische Zigarren so einzigartig?
Fast alle der deutschen Zigarrenhersteller von damals produzieren schon seit langer Zeit nicht mehr bzw. sind gänzlich vom Markt verschwunden. Zigarren sind und waren zu jeder Zeit Genussmittel – und wurden daher in aller Regel verbraucht. Während und nach dem 2. Weltkrieg waren Tabakwaren Mangelware und zeitweise stark rationiert. Das ging sogar soweit, dass Zigaretten und Zigarren als Ersatzwährung gegen Nahrung und Alltagsgüter gehandelt wurden. Wenn dann doch mal eine Zigarrenlieferung die Front erreichte, war die Freude natürlich riesengroß - die Lebensdauer der Zigarren aber eher gering. Daher ist es umso schöner, dass doch einige dieser raren Kisten und Schachteln samt Originalinhalt in Kellern und auf Dachböden die Zeiten unbeschadet überdauert haben. Wichtig ist nur: die Zigarrenkisten und –schachteln waren über die Jahre trocken gelagert!
Ich denke so ziemlich jede Zigarrenkiste könnte ihre eigene spannende Geschichte erzählen, schade nur dass so wenig Informationen überliefert wurden.
 
Kann man historische Zigarren auch heute noch rauchen?
Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Es ist natürlich immer Ansichts- und Geschmackssache und das sollte es auch bleiben. Ich selbst rauche und genieße diese Zigarren sehr gerne (zum Leidwesen meiner Frau), auch Freunde haben mir gegenüber bestätigt dass sie die verkosteten Zigarren sehr genossen haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zigarren auch durch nachträgliche Aufbewahrung in einem Humidor qualitativ aufgewertet werden können.
Wer kann heute schon von sich behaupten, eine Zigarre aus den 40er Jahren geraucht zu haben, deren Preis auf der Zigarrenkiste noch in Reichsmark angegeben ist?
Ich denke dies ist genau der Punkt, der das Interesse an historischen Zigarren immer mehr steigen lässt. Die perfekt  gelagerten Zigarren von Heute dienen in erster Linie dem Genuß in Stunden der Muße.
  
Erfahrungen und Reaktionen
Aber haben Sie schon mal Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern eine Zigarre von 1944 vor die Nase gehalten? Die erste Reaktion ist fast immer: Das gibts doch gar nicht, die ist nicht echt, die kann man doch nicht mehr rauchen. Ich gebe zu, ich war bei meiner ersten "alten" Zigarre auch etwas skeptisch, nach dem Anzünden war die Zigarre dann erstaunlich mild, dennoch aromatisch und mit dem Typ der holländischen Trockenzigarren vergleichbar. Der Abbrand war wider Erwarten sehr gleichmäßig und nicht wie angenommen zu schnell. Wie gesagt, das Besondere ist und bleibt die Seltenheit und das Gefühl ein Relikt aus Ur-Großvaters Zeiten in den Händen zu halten. Einfach eine Versuchung wert. Im Menüpunkt "Tasting" habe ich meine eigenen Erfahrungen mit selbst gerauchten Zigarren beschrieben.
 
Bitte nicht vergessen: dies sind nur meine eigenen Erfahrungen und Wertungen, offiziell sind alle hier angebotenen Zigarren nicht mehr zum Rauchen geeignet - viel zu alt und nicht Humidorgelagert!
 

     

Nach oben